Allgemeine Informationen zum Studium

Allgemein

Um komplexe ökonomische Sachverhalte konsistent und widerspruchsfrei analysieren zu können, verwendet man in den Wirtschaftswissenschaften vornehmlich mathematische Beschreibungen. Anhand geeigneter Modelle kann beispielsweise analysiert werden, wie eine Zinsänderung auf die Arbeitslosenquote wirkt oder wie ein Anlageportfolio strukturiert werden sollte, um einen möglichst hohen Ertrag bei möglichst geringem Risiko zu erzielen. Solche theoretischen Modelle suggerieren ein hohes Maß an Präzision, da sie - bei gegebenen Modellparametern und vorgegebenen Anfangsbedingungen - im Ergebnis stets konkrete Zahlen liefern können. Ob diese Modellergebnisse irgendeine Bedeutung für die Praxis haben, läßt sich jedoch erst beurteilen, wenn man die Modellaussagen mit den realen, beobachteten Wirtschaftsdaten vergleicht. Die Wirtschaftsforschung entpuppt sich dann als Suche nach denjenigen mathematischen Wirtschaftsmodellen, die einer empirischen Überprüfung tatsächlich standhalten.

Wie für jede empirische Wissenschaft ist daher die Beurteilung formaler Theorien durch die Analyse empirischer Beobachtungen von zentraler Bedeutung für die Wirtschaftswissenschaften. Sie erfordert neben den Kenntnissen in wirtschaftstheoretischer Modellbildung eine große Sicherheit im Umgang mit statistisch-ökonometrischen Verfahren. Gerade diese Qualifikation wird in immer stärkerem Maß von Wirtschaftsabsolventinnen und -absolventen am Arbeitsmarkt gefordert (und honoriert!). Für die akademische Weiterqualifikation sind profunde Methodenkenntnisse ohnehin kaum verzichtbar.

Studium

Trotz der prominenten wissenschaftstheoretischen und der praktischen Bedeutung der quantitativen Methoden und der empirischen Wirtschaftsforschung spielt die akademische Ausbildung in diesen Disziplinen nur an wenigen ausgewählten deutschen Universitäten eine entsprechend bedeutende Rolle. Die Wirtschaftsprofessoren Burda und Komlos zeichneten in ihrem Aufsatz: "Die deutsche Volkswirtschaftslehre krankt an der Angst vor Zahlen" diesbezüglich ein sehr düsteres Bild für die Mehrheit der deutschen Hochschulen bzw. deren Absolventinnen und Absolventen im internationalen Vergleich.

Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität hat dieses Defizit früh erkannt und bietet bereits seit 1982 einen quantitativen Studienschwerpunkt an. Seit seiner Einführung ist dieser Studienzweig äußerst erfolgreich, da seitens der Wirtschaft ein erheblicher Bedarf an quantitativ ausgebildeten Absolventinnen und Absolventen besteht, was nicht zuletzt ein Blick auf aktuelle Stellenangebote mit empirischem und methodischem Anforderungsprofil beweist. Die quantitativen Pflicht- und Spezialisierungsveranstaltungen in den entsprechenden Masterprogrammen ermöglichen es den Studierenden, Studienschwerpunkte in den quantitativen und empirischen Methoden zu setzen. Die Themengebiete nehmen dabei stets Bezug auf Fragestellungen der traditionellen Kernfächer der VWL und der BWL. Eine besonders enge Verzahnung der Lehr- und Forschungsinhalte in Statistik und Ökonometrie ergibt sich mit den Fächern Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik, Internationale Wirtschaftsbeziehungen, Regionalwissenschaft, Finanzwirtschaft und Marketing.